Der klassische London Dry Gin ist eine Ikone – wacholderbetont, klar, trocken und die verlässliche Seele eines jeden guten Gin & Tonic. Aber die Gin-Welt ist riesig und voller faszinierender Alternativen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Wenn dein Gaumen nach neuen Abenteuern dürstet und du bereit bist, über den gewohnten Tellerrand zu blicken, dann bist du hier genau richtig. Ich habe mich durch die Welt der Destillate probiert, um dir die besten Alternativen zum London Dry vorzustellen – von historisch-süß bis modern und fruchtig. Für alle, die Gin lieben, aber mal was Neues im Glas haben wollen.
Kurzes Fazit: Die Gewinner im Überblick
Für Gin-Liebhaber, die Komplexität und ein modernes Aromenprofil suchen, ist der Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin die unangefochtene erste Wahl. Wer es hingegen klassisch mit einer leichten, historischen Süße mag, findet im Hayman’s Old Tom Gin den perfekten Partner für legendäre Cocktails.
Die besten London Dry Gin Alternativen im Vergleich
| Gin-Alternative | Stil | Ideal für | Hauptaromen | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin | New Western / German Dry | Pur genießen & komplexe G&Ts | Fruchtig, würzig, Preiselbeere | Hoch |
| Hayman’s Old Tom Gin | Old Tom | Klassische Cocktails (z.B. Martinez) | Leicht süßlich, erdig, Zitrus | Mittel |
| Plymouth Gin Original Strength | Plymouth | Martinis & klassische G&Ts | Erdig, weich, sanfter Wacholder | Mittel |
| Tanqueray No. TEN | New Western / Citrus | Frische, zitruslastige Cocktails | Grapefruit, Kamille, Limette | Hoch |
| Hendrick’s Gin | New Western / Contemporary | Gin & Tonic mit Gurke | Gurke, Rose, floral | Mittel |
Wie wir getestet haben
Jeder Gin wurde nach strengen, aber fairen Kriterien bewertet, die für einen echten Genießer zählen:
- Geschmacksprofil: Wie ausbalanciert sind die Aromen? Ist der Gin komplex oder eindimensional? Steht der Wacholder im Hintergrund oder wird er von anderen Botanicals elegant ergänzt?
- Pur-Genuss: Ein guter Gin muss auch ohne Tonic überzeugen. Wir haben die Weichheit, den Alkohol-Biss und den Abgang bewertet.
- Mixbarkeit: Wie verhält sich der Gin im klassischen Gin & Tonic? Und wie performt er in anderen Cocktails? Die Harmonie mit dem Mixer ist entscheidend.
- Preis-Leistungs-Verhältnis: Ist der Gin seinen Preis wert? Wir bewerten nicht den Preis an sich, sondern das, was man für sein Geld bekommt.
Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin – Bester für Komplexität
Der Monkey 47 ist kein Gin, er ist eine Offenbarung. Mit 47 handverlesenen Botanicals aus dem Schwarzwald, darunter Preiselbeeren, ist dieser Gin eine komplexe Geschmacksexplosion. Er gehört zur Kategorie ‚New Western Dry Gin‘, bei der der Wacholder zwar präsent, aber nicht mehr der alleinige Hauptdarsteller ist. Er ist der perfekte Gin für alle, die dachten, sie hätten schon alles probiert. Am besten genießt man ihn pur, um seine Tiefe zu ergründen, oder mit einem sehr neutralen Tonic Water, das ihm nicht die Show stiehlt. Ein fantastischer Startpunkt für Neugierige ist oft ein gutes Gin Probierset, um solche komplexen Destillate direkt vergleichen zu können.
Hayman’s Old Tom Gin – Bester für historische Cocktails
Lange bevor der London Dry dominierte, war Old Tom der Star in den Bars. Diese leicht gesüßte Variante ist die Brücke zwischen dem holländischen Genever und dem trockenen Gin, wie wir ihn heute kennen. Der Hayman’s Old Tom ist eine authentische Hommage an diesen Stil. Er ist deutlich runder und weniger rau als ein London Dry, mit einer dezenten Süße, die ihn zum idealen Partner für Cocktails wie den Martinez oder Tom Collins macht. Wer seine Hausbar aufwerten will, braucht für solche Klassiker das richtige Werkzeug – ein hochwertiges Cocktail Barset ist hier Gold wert.
Plymouth Gin Original Strength – Bester für den perfekten Martini
Plymouth Gin ist eine eigene, geschützte Herkunftsbezeichnung – echter Plymouth Gin darf nur in Plymouth, England, hergestellt werden. Im Vergleich zum London Dry ist er etwas erdiger und weicher im Geschmack, mit einer subtileren Wacholdernote und einem Hauch von Süße. Diese cremige Textur macht ihn zur ersten Wahl von Barkeepern weltweit für einen Dry Martini. Er ist weniger aggressiv als viele London Drys und lässt dem Wermut mehr Raum. Ein Gin für Kenner, die das Subtile schätzen.
Tanqueray No. TEN – Bester für Zitrus-Liebhaber
Obwohl Tanqueray untrennbar mit London Dry verbunden ist, ist der No. TEN eine wunderbare, moderne Alternative. Hier stehen frische Zitrusfrüchte im Vordergrund: ganze Grapefruits, Orangen und Limetten werden mitdestilliert und verleihen ihm ein unglaublich frisches, lebendiges Profil. Der Wacholder ist noch da, aber er spielt die zweite Geige. Perfekt für einen Gin & Tonic an einem Sommertag oder einen erfrischenden White Lady. Ein Gin, der beweist, dass auch große, traditionsreiche Häuser fantastische Innovationen hervorbringen können.
Hendrick’s Gin – Bester für florale Noten
Hendrick’s war einer der Pioniere, der die Gin-Welt wachgerüttelt und gezeigt hat, dass es auch anders geht. Mit seinen unverkennbaren Noten von Gurke und bulgarischer Rose hat er eine ganz neue Kategorie geschaffen. Er ist weich, floral und erfrischend anders. Die klassische Garnitur mit einer Gurkenscheibe statt Zitrone ist hier nicht nur Show, sondern unterstreicht perfekt sein einzigartiges Aroma. Ein moderner Klassiker für alle, denen traditioneller Gin zu wacholderlastig ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Hauptunterschied zwischen London Dry Gin und anderen Gin-Sorten?
Der Hauptunterschied liegt im Herstellungsprozess. Bei einem London Dry Gin müssen alle Botanicals vor der Destillation hinzugefügt werden, und danach darf außer Wasser und neutralem Alkohol nichts mehr beigefügt werden – insbesondere kein Zucker. Andere Gins, wie der Old Tom, dürfen leicht nachgesüßt werden.
Kann ich jeden Gin für einen Gin Tonic verwenden?
Absolut! Das Wichtigste ist, das richtige Tonic Water zu finden, das mit dem jeweiligen Gin harmoniert. Ein floraler Gin wie Hendrick’s passt oft besser zu einem leichten, blumigen Tonic, während ein kräftiger Gin auch ein würzigeres Tonic verträgt. Experimentieren ist hier der Schlüssel zum perfekten Drink.
Muss guter Gin immer teuer sein?
Nein, aber Qualität hat ihren Preis. Ein höherer Preis spiegelt oft handwerkliche Herstellung, hochwertige Botanicals und einen aufwendigeren Destillationsprozess wider. Es gibt gute Gins im mittleren Preissegment, aber die wirklich außergewöhnlichen und komplexen Destillate sind meist im Premium-Bereich zu finden.
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